Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

 

Abschlussarbeiten

Hier sind einige der Themenbereiche aufgeführt in denen wir Abschlussarbeiten betreuen. Bei Interesse an einem Thema oder einer Person bitte einfach reinschauen...

 

Relationship of explicit/implicit supernatural beliefs and implicit/explicit death anxiety

Betreuer: 1. Matthias Blümke , 2. – tba –

From a terror management perspective, manipulating religious beliefs should impact both on implicit and explicit supernatural beliefs as well as death anxiety.

Reference:

Heflick, N. A., & Goldenberg, J. L. (2012). No atheists in foxholes: Arguments for (but not against) afterlife belief buffers mortality salience effects for atheists. British Journal of Social Psychology, 51(2), 385-392.
Jong, J., Halberstadt, J., & Bluemke, M. (2012). Foxhole atheism, revisited: The effects of mortality salience on explicit and implicit religious belief. Journal of Experimental Social Psychology, 48(5), 983-989.

 

Was bestimmt die subjective Wahrnehmung von “Causal Impact”?

Betreuer: Klaus Fiedler & Philipp Hess

Die Stärke des kausalen Einflusses (causal impact) sollte dann als maximal eingeschätzt werden, wenn wenig kausaler Input (z.B. eine minimale Menge Gift) viel Wirkung erzeugt (z.B. viele sterben durch das wenige Gift). Subjektive Urteile folgen jedoch nicht dieser Verhältnisregel, sondern folgen stattdessen dem Kovarianz-Prinzip: Kausaler Einfluss erscheint am stärksten, wenn viel Input viel Output erzeugt (d.h. wenn die Kovarianz maximal ist). Eine Erklärung bietet die Annahme, dass hohe Kovarianz die Detektion kausaler Einflüsse in einer komplexen Umwelt erleichtert (vgl. (Fiedler et al., 2011; Hansen et al., 2013). Diese Interpretation soll in der geplanten Untersuchung direkt getestet werden.

Literatur:

Fiedler, K., Freytag, P., & Unkelbach, C. (2011). Great oaks from giant acorns grow: How causal-impact judgments depend on the strength of a cause. European Journal of Social Psychology, 41(2), 162-172

Hansen, J., Rim, S., & Fiedler, K. (2013). Psychological distance and judgments of causal impact. Journal of Experimental Social Psychology.

 

Unter welchen Bedingungen kann man „Wisdom of Crowd“ am besten ausnutzen?

Betreuer: Klaus Fiedler

Unter „Wisdom of Crowd“ versteht man das Phänomen, dass der Mittelwert mehrerer Urteile genauer ist als ein individuelles Urteil, weil sich durch Mittelung Fehler herauskürzen und nur der „wahre“ Anteil der Urteilsvarianz übrig bleibt – ein aus der Testtheorie wohl bekanntes Prinzip. Das funktioniert aber nur, wenn Fehler unkorreliert sind, nicht jedoch, wenn die Fehler verschiedener Urteiler korreliert sind, weil sie denselben systematischen Irrtümern und Stereotypen unterliegen.

Etwas genauer gesagt sollen in der geplanten Untersuchung zweierlei Grenzen von „Wisdom of Crowd“ untersucht werden: (1) Ob sich die Urteile auf Information aus erster Hand, also auf selbst erlebte Quantitäten bezieht (wie z.B. das Wetter im letzten Jahr) oder aber auf Information aus zweiter Hand, die man nur aus den Medien kennt. (2) Wie sich die Reihenfolge auswirkt, wenn Urteiler erst ihre eigenen Urteile abgeben und dann diejenigen von anderen Personen bekommen oder umgekehrt.

Literatur:

Vul, E., & Pashler, H. (2008). Measuring the crowd within: Probabilistic representations within individuals. Psychological Science, 19(7), 645-647.

 

Können Stichproben-Täuschungen kollektiv überwunden werden 

Betreuer: Klaus Fiedler

Falsche Urteile und irrationale Entscheidungen müssen nicht an innerpsychischen Schwächen  (Wunschdenken, Gedächtnisschwächen) liegen. Sie können auch daran liegen, dass die Stichprobe von Informationen, die menschlichen Urteilern zur Verfügung stehen, von Anfang an verzerrt oder gar unbrauchbar ist. Rationale Urteiler müssen also nicht nur ein gutes Gedächtnis haben und logisch denken können; sie müssen auch kritisch gegenüber der gegebenen Information sein. Diese kritische Fähigkeit wird jedoch durch eine weit verbreitete „Krankheit“ verhindert, nämlich meta-kognitive Kurzsichtigkeit (metacognitive myopia) für Stichproben-Täuschungen. Diese erweist sich oft als größter Feind der Vernunft; auch dann, wenn eine Stichprobe von Informationen offenkundig verzerrt oder wertlos ist, nehmen Menschen sie für bare Münze und basieren ihre Urteile unkritisch auf den gegebenen Daten.

In dem geplanten Experiment soll in einem „advice-taking“-Paradigma untersucht werden, wie Menschen ihre eigene Meinung und die Meinung eines Beraters (advice giver) gewichten, wenn die Hintergrundinformation zu erkennen gibt, wie valide bzw. irreführend die eigenen Daten und die Daten des Beraters sind. Dabei sollen drei verschiedene Varianten von offenkundigen Fehlern manipuliert werden: (1) die relative Größe der Stichproben; (2) der Unterschied von Vorwärts- und Rückwarts-Schlüssen; sowie plump verzerrte (3) Stichproben, die einseitig bestimme Schlüsse begünstigen.

Literatur:

Fiedler, K. (2000). Beware of samples! A cognitive-ecological sampling approach to judgment biases. Psychological Review, 107(4), 659-676.

 

 

Social Metacognition

Betreuer: André Mata

Can people guess what goes on inside the minds of other people? How  well can people infer what other people's thoughts and preferences are? And what are the  thought processes that people use to guess what might go on inside other people's minds? This line of research investigates how people think about other people's thinking.

Reference:

Mata, A., Ferreira, M. B., & Sherman, S. J. (2013). The metacognitive  advantage of deliberative thinkers: A dual-process perspective on overconfidence. Journal of Personality and Social Psychology, 105,  353–373

 

Denkfehler?

Betreuer: Momme von Sydow, event. mit Dennis Hebbelmann

Menschliches Urteilen, Denken und Hypothesentesten weicht in vielen Kontexten fundamental von traditionellen Normen rationalen Denkens - wie der Logik oder der Wahrscheinlichkeitstheorie - ab. Trotz dieser ‚kognitiven Täuschungen‘ scheint die Intuition des Menschen oft vernünftig. Die formalen Normen wurde auch als ‚Narrow Norms‘ bezeichnet, da zumindest ihre Anwendung nicht hinreichend die ökologische Einbettung von Aufgaben in einen Kontext sowie die Ziele von Versuchspersonen berücksichtigen.

In den angebotenen Abschlussarbeiten geht es etwa um Forschung zu Conjunction Fallacies, Confirmation Bias, Ravens Paradox, Wason-Selection Task und top-down Effekte bei der Induktion von logischen und kausalen Zusammenhängen. Näheres hierzu gerne mündlich. Wir untersuchen inwieweit Aufgabenstellung, das Vorwissen der Versuchsperson und die verwendeten Begriffe das Urteilsverhalten auf vernünftige Weise beeinflussen können.

Literatur:

Hagmayer, Y., Meder, B., von Sydow, M., & Waldmann, M. R. (2011). Category Transfer in Sequential Causal Learning: The Unbroken Mechanism Hypothesis. Cognitive Science, 35, 842-873.

von Sydow, M. (2011). The Bayesian Logic of Frequency-Based Conjunction Fallacies. Journal of Mathematical Psychology, 55(2), 119-139.

 

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